• Zwei Wandernde überqueren eine schmale Brücke vor einem kleinen Wasserfall in einer bewaldeten Schlucht, darunter ein steiniger Bachlauf mit Treibholz im Vordergrund.
    ©© Niederösterreich Werbung/Gerald Demolsky

Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal

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    Hektar Wildnis inmitten Österreichs
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    Hektar unberührte Wildnis

UNESCO Weltnaturerbe

Im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal zeigt sich die Natur in ihrer ursprünglichen Vielfalt. Rund um den einzigartigen Urwald Rothwald finden seltene Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum – ein faszinierendes UNESCO-Weltnaturerbe mitten in den Ybbstaler Alpen.

©Katharina Pfligl

Wildnis gehört zu den seltensten und zugleich wertvollsten Lebensräumen. Im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal kann sich Natur ohne menschliche Eingriffe entwickeln und so ihre ganze Vielfalt entfalten. Der Buchenwald-Erlebnisweg eröffnet besondere Einblicke in diese einzigartige Landschaft. Das strenge Wegegebot schützt die sensiblen Lebensräume und ermöglicht es, Wildnis respektvoll zu erleben

Katharina Pfligl, Stv. Geschäftsführerin Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal

Vielfalt des Lebens

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bietet einer außergewöhnlichen Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Pilzen geschützten Lebensraum. In seinen ursprünglichen Wäldern, alpinen Rasen, Felslandschaften und Mooren leben unter anderem Rothirsch, Gämse, Steinadler, Alpensalamander und seltene Urwaldarten wie der Weißrückenspecht. Buchen-Tannen-Fichtenwälder, artenreiche Bergvegetation und mehr als 600 Großpilzarten machen das Gebiet zu einem wertvollen Rückzugsort für die biologische Vielfalt.

Wildnis rückt uns Menschen aus dem Mittelpunkt des Universums, macht uns vom 'Manager' der Welt zu einem stillen Beobachter, welcher seine Begehrlichkeiten zurücknimmt und allen Abläufen in der Natur das Recht von Selbstbestimmung zuspricht.

Reinhard Pekny (*1959)

Wildnis hautnah erleben

Geführte Exkursionen eröffnen spannende Einblicke in die Lebensräume, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die natürlichen Prozesse des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal. Das vielfältige Programm macht die Besonderheiten dieser ursprünglichen Landschaft unmittelbar erlebbar.

  • Zwei Wanderer stehen am Gipfel und genießen den atemberaubenden Blick über die Ybbstaler Alpen. Die frische Bergluft und die majestätischen Landschaften laden dazu ein, die Seele baumeln zu lassen und die Schönheit der Natur zu erleben.
    ©© Niederösterreich Werbung/Max Mauthner

    Luchs Trail

    Weitwanderweg

  • Panoramatour am Hochmoor Leckermoos
    ©weinfranz.at

    Hochmoor Leckermoos (Moorweg)

  • Eulenweg im Wildnisgebiet Dürrenstein
    ©Reinhard Pekny

    Wildniswanderung (Eulenweg mit Verlängerung auf den Tremel)

  • Am Eulenweg
    ©Christoph Leditznig

    Eulenweg im Wildnisgebiet Dürrenstein

  • Ybbstalerhütte
    ©TV Lunz am See

    Wanderung zum Dürrenstein

Das Haus der Wildnis strahlt eine einladende Atmosphäre aus, umgeben von der majestätischen Natur des Wildnisgebiets Dürrenstein-Lassingtal. Die harmonische Verbindung von Holz und Glas schafft einen perfekten Ort, um die Schönheit der Umgebung zu genießen und mehr über die heimische Flora und Fauna zu erfahren.
©© Theo Kust

Haus der Wildnis

Das Haus der Wildnis in Lunz am See macht die Besonderheiten des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal auf moderne und interaktive Weise erlebbar. Die Ausstellung eröffnet faszinierende Einblicke in den größten Urwald des Alpenbogens und vermittelt anschaulich ökologische Zusammenhänge, natürliche Prozesse und die Bedeutung unberührter Natur.

Zum Haus der Wildnis
Inmitten der majestätischen Berge entfaltet sich ein zauberhaftes Spiel von Licht und Schatten. Die frischen, grünen Blätter der Bäume strahlen im Sonnenlicht und laden Wanderer ein, die unberührte Natur zu erkunden. Hier, wo die Stille der Wälder mit dem sanften Rauschen des Baches harmoniert, findet jeder Besucher einen Ort der Ruhe und Erholung.
©© Hans Glader

Ein Stück ursprüngliche Natur im Wandel der Zeit

vor 20.000 Jahren

Der Wald kehrt zurück

Nach dem Ende der letzten Kaltzeit begann sich der Alpenraum langsam wieder zu begrünen. Auf Flechten, Moose und Gräser folgten Sträucher und erste Baumarten. Im Lauf der Jahrtausende breiteten sich schließlich Fichte, Tanne und zuletzt die Rotbuche aus

5.500 vor Christus

Die ersten Menschen werden sesshaft

In der Jungsteinzeit entstanden im Raum Lunz erste menschliche Siedlungen. 

750 vor Christus

Erzabbau

Mit dem Beginn des Erzabbaus gewann Holz als wichtiger Rohstoff zunehmend an Bedeutung. Dadurch stieg auch der Nutzungsdruck auf die Wälder – bis heute erinnert der Name „Eisenwurzen“ an diese Zeit.

1074

Benediktinerstift Admont

Mit der Gründung des Benediktinerstifts Admont wurden auch jene Gebiete beansprucht, deren Gewässer in die Enns mündeten.

1330

Ein Grenzstreit schützt den Urwald

Zwischen der Kartause Gaming und dem Stift Admont entbrannte ein jahrhundertelanger Streit um das Gebiet rund um Dürrenstein und Rothwald. Dadurch blieb ein großer Teil des Urwalds von der Abholzung verschont.

1782

Enteignung durch Josef II.

Nach der Auflösung der Kartause Gaming gingen ihre Besitzungen an den Staat über. Die abgelegene Lage und der schwierige Holztransport bewahrten Teile des Urwalds, dennoch wurden die unberührten Waldflächen zunehmend kleiner.

1875

Der Urwald wird unter Schutz gestellt

Albert Rothschild stellte den Urwald Rothwald erstmals bewusst unter Schutz. Damit legte er den Grundstein dafür, dieses besondere Waldgebiet für kommende Generationen zu bewahren.

1942

Der Rothwald I wird Naturschutzgebiet

Mit 277 Hektar wurde ein großer Teil der Urwaldfläche offiziell unter Naturschutz gestellt.

1988

Das Naturschutzgebiet wird erweitert

Durch die Erweiterungsfläche Rothwald II wurden weitere Teile des Urwalds in das Schutzgebiet aufgenommen. Damit wuchs die geschützte Fläche auf insgesamt 576 Hektar.

1990

Projekt Rothwald III

Nach einem schweren Sturm blieb die knapp zehn Hektar große Windwurffläche „Edelwies“ für Forschungszwecke unberührt. Daraus entstand die Idee, sie mit den bestehenden Schutzgebieten Rothwald I und II zu verbinden.

1997-2002

Österreichs erstes Wildnisgebiet entsteht

Im Rahmen eines LIFE-Projekts wurde Österreichs erstes Wildnisgebiet geschaffen. Durch die Verbindung mehrerer Teilgebiete umfasste die geschützte Fläche nun insgesamt 2.388 Hektar.

2003

Internationale Anerkennung durch die IUCN

Die IUCN erkannte das Wildnisgebiet als strenges Naturreservat und Wildnisgebiet an. Seither stehen nicht nur seltene Arten und einzigartige Wälder im Mittelpunkt, sondern vor allem der Schutz natürlicher Prozesse ohne menschliche Eingriffe.

2003-2006

Renaturierung des Leckermoos

Die Schutzgebietsverwaltung übernahm die Betreuung des 25 Hektar großen Leckermoos und begann mit der Renaturierung des wertvollen Hochmoores.

2010-2013

Erweiterung des Wildnisgebietes

Durch mehrere Erweiterungen kamen zusätzliche Flächen am Hochkirch, beim Urwaldeingang sowie im Freyngraben und am Wandbach-Mitterberg hinzu. Dadurch wuchs das Wildnisgebiet auf rund 3.500 Hektar.

2014

Neuverordnung des Schutzgebietes

Mehrere Naturschutzgebiete in Niederösterreich wurden neu verordnet und zum “Wildnisgebiet Dürrenstein” zusammengefasst.

2017

Auszeichnung als UNESCO-Weltnaturerbe

Gemeinsam mit dem Nationalpark Kalkalpen wurde das Wildnisgebiet zum ersten UNESCO-Weltnaturerbe Österreichs erklärt. Damit zählt es zu den bedeutendsten Naturstätten der Welt.

2021

Erweiterung in die Steiermark

Mit der Erweiterung in das steirische Lassingtal verdoppelte sich die geschützte Fläche auf rund 7.000 Hektar. Seither trägt das Gebiet den Namen “Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal”.

2021

Eröffnung Haus der Wildnis

Mit dem Haus der Wildnis entstand eine Ausstellung, die ökologische Zusammenhänge verständlich macht und Einblicke in den Urwald ermöglicht. Sie zeigt, was Wildnis bedeutet und warum ihr Schutz für unsere Zukunft wichtig ist.

2023

Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbes

Auch die wertvollen Buchenwälder im steirischen Teil des Wildnisgebietes wurden in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Damit erhielt ein weiterer bedeutender Naturraum internationale Anerkennung.

Im Wildnisgebiet Dürrenstein erstreckt sich eine faszinierende Landschaft, in der verwitterte Baumstämme und üppige Vegetation harmonisch miteinander verschmelzen. Die ruhige Atmosphäre und die majestätischen Berge im Hintergrund laden dazu ein, die unberührte Natur in vollen Zügen zu genießen.
©© weinfranz.at